Umweltschutz

Ressourcenschonung und Klimaschutz

„Wenn es um eine ökologische, zukunftsfähige und preiswerte Energieversorgung geht, sollte man nicht in Wahlperioden denken sondern eher in Jahrzenten und Generationen.“
– Andreas Kemmelmeyer, Erster Bürgermeister Unterföhring

Die bis Ende 2017 durch die Geothermieanlage der GEOVOL Unterföhring GmbH zur Verfügung gestellte Wärmemenge betrug rund 300.000 Megawattstunden (MWh). Um diese Wärmemenge mit Heizöl zu erzeugen, wären rund 30 Millionen Liter nötig gewesen. Diese Menge entspricht etwa 950 großen Tanklastzügen voll mit Heizöl. Für die Versorgung in Spitzenlastzeiten und zur Absicherung der geothermischen Wärmeversorgung stehen in der Energiezentrale drei Heizkessel zur Verfügung, die bislang aber kaum zum Einsatz kamen.

Durch die erhebliche Reduzierung des Verbrauchs von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas sorgt die Unterföhringer Geothermieanlage für einen deutlich verringerten Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid.

Seit Inbetriebnahme konnten so rund 67.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden – allein im Jahr 2017 waren es mehr als 10.000 Tonnen. Zum Vergleich: Im Schnitt verursacht eine Gemeinde von der Größe Unterföhrings rund 110.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Allein durch die Nutzung der GEOVOL-Fernwärme hat Unterföhring also seinen CO2-Ausstoß um rund zehn Prozent verringern können. 

In den kommenden Jahren wird das Klima weiter entlastet, da nach und nach auch der Süden Unterföhrings angeschlossen wird und so weitere fossile Heizungen außer Betrieb gehen. Die Nutzung geothermischer Wärme entlastet aber nicht nur die Atmosphäre von Treibhausgasen und hilft damit, das Klima zu stabilisieren. Auch die Luftqualität in Unterföhring profitiert: 40 Tonnen Schwefeldioxid, rund 55 Tonnen Stickoxide und über drei Tonnen Feinstaub sind den Unterföhringer Bürgerinnen und Bürgern seit dem Start der geothermischen Fernwärmeversorgung im Jahr 2009 erspart geblieben.

Geothermie – Eine wirklich saubere Sache!

Grüne Geothermieanlage

Betriebsgelände

Am nordöstlichen Siedlungsrand Unterföhrings befindet sich das GEOVOL-Betriebsgelände. Westlich davon erstrecken sich Flächen mit Freizeit- und Erholungsnutzung, im Norden und Osten grenzen landwirtschaftlich genutzte Flächen.

In unmittelbarer Nähe liegen zwei NATURA 2000-Gebiete, die „Isarauen von Unterföhring bis Landshut“ sowie die „Fischteiche und Speichersee bei Ismaning“. Mit Gutachten wurde bescheinigt, dass durch die geothermische Anlage keine negativen Auswirkungen auf die Naherholung, den Wasserhaushalt sowie das Klima zu erwarten sind.

Die auf dem Gelände vor Baubeginn bestehende Hecke aus Weißdorn, Liguster, Hartriegel, Wildrosen, Hasel, Holunder, Vogelkirsche und Esche konnte trotz der Baumaßnahme vollständig erhalten werden. Diese Gehölzstruktur ist für heckenbrütende Vogelarten, wie z. B. Neuntöter oder Goldammer von großer Bedeutung. Die angrenzenden offenen Bereiche sind für bodenbrütende Vogelarten, wie z. B. Feldlerche oder Kiebitz interessant und stellen insbesondere in Kombination mit den angrenzenden Gehölzstrukturen einen potentiellen Lebensraum für Rebhühner dar.

Energiezentrale I (EZ I)

Für die Bepflanzung der Außenanlagen um die Energiezentrale I wurden der Baum des Jahres 1997, der Vogelbeerbaum, die gefährdete Elsbeere, die für Schmetterlinge wichtige Futterpflanze Vogelkirsche, das für Insekten und Vögel als Futterquelle wichtige Pfaffenhütchen sowie Schwarzer Holunder und Gemeiner Hasel ausgewählt. Im östlichen Bereich des Firmengeländes wurde ein Biotop mit Röhrichtzone angelegt.

Energiezentrale II (EZ II)

Beim Anlegen der Grünanlage um die Energiezentrale II lag der Fokus auf einheimischen Wildstauden und Gehölzen sowie naturnahen Ansaaten. Totholzstrukturen bieten Wildbienen dort einen geeigneten Unterschlupf. Auch das Gebäude selbst ist für Insekten und Falter interessant, denn die Energiezentrale II hat ein komplett begrüntes Dach.