Häufige Fragen

... zur geothermischen Fernwärmeversorgung

  1. Reichen die zu fördernde Menge und die Temperatur des Thermalwassers für alle Kunden, die sich gerne anschließen möchten?
  2. Gibt es einen Anschlusszwang?

Reichen die zu fördernde Menge und die Temperatur des Thermalwassers für alle Kunden, die sich gerne anschließen möchten?

Die Geothermieanlage in Unterföhring stellt mit 22 MW Wärmeleistung eine der stärksten Anlagen ihrer Art in Deutschland dar. Zudem stehen für den Notfall drei große fossil betriebene Heizkessel bereit. Damit ist gewährleistet, dass alle Gebäude in Unterföhring – private wie gewerbliche – versorgt werden können.

Gibt es einen Anschlusszwang?

Weder für bereits bestehende Gebäude noch für Neubaugebiete gibt es in Unterföhring einen Anschlusszwang. Es steht Ihnen grundsätzlich frei, mit welchen Energieträgern Sie Ihre Wärmeversorgung bewerkstelligen. Die Erfahrungen in Unterföhring und auch aus anderen Gemeinden zeigen, dass die Nachfrage der Bürger umweltfreundlicher Geothermie enorm hoch ist. Ein Anschlusszwang wäre insofern völlig unnötig.

... zu den Preisen

  1. Kommen neben Baukostenzuschuss und Hausanschlusskosten noch weitere Kosten auf mich zu?
  2. Was ist der Frühbucherrabatt und gibt es hierzu Fristen zu beachten?
  3. Wann muss ich die Anschlusskosten zahlen?
  4. Wie setzen sich die jährlichen Verbrauchskosten („Wärmepreis“) zusammen?
  5. Gibt es einen Kleinverbrauchstarif?
  6. Wie erfolgt die Ablesung der Zählerstände?
  7. Wie oft wird der Wärmepreis geändert und auf welcher Basis?

Kommen neben Baukostenzuschuss und Hausanschlusskosten noch weitere Kosten auf mich zu?

Ausgaben, die räumlich gesehen vor der Wärmeübergabestation in Ihrem Heizungskeller entstehen, kommen nur dann auf Sie zu, wenn die Länge der Hausanschlussleitung von Ihrer Grundstücksgrenze bis zur Wärmeübergabestation 15 Meter überschreitet oder besondere Erschwernisse vorliegen (z. B. befestigte Flächen). Eine Aufstellung dieser Kosten finden Sie im Preisblatt der GEOVOL unter § 2.2.

Der Einbau der Wärmeübergabestation sowie deren Wartung, ggf. Reparatur und ein evtl. notwendiger Ersatz gehen grundsätzlich auf Kosten der GEOVOL. Alle Investitionen und Unterhaltskosten, die nach der Wärmeübergabestation, auf der sogenannten Sekundärseite entstehen, trägt der Kunde. Auskunft über die Höhe dieser Kosten gibt Ihnen nach Besichtigung Ihrer Anlage sicher Ihr Heizungsbauer.

Eine schematische Darstellung der Eigentums- und Wartungsgrenzen eines Hausanschlusses finden Sie  in Anlage 1 des Anschluss- und Wärmelieferungsvertrags.

Was ist der Frühbucherrabatt und gibt es hierzu Fristen zu beachten?

Beim Frühbucherrabatt erhalten Sie 50 % Rabatt auf den „Baukostenzuschuss“ und auf die „pauschalen Hausanschlusskosten“. „Nach Aufwand zu berechnende Hausanschlusskosten“ (Mehrlängen über 15 Meter, Pflaster-, Asphaltarbeiten o.ä.) müssen ohne Rabatt berechnet werden. Um den Frühbucherrabatt zu erhalten müssen Sie einen Vertrag mit Geovol bis zu einem bestimmten Termin abgeschlossen haben. Dieser Termin ist abhängig vom jeweiligen Bauabschnitt und wird immer rechtzeitig bekannt gegeben.

Wann muss ich die Anschlusskosten zahlen?

Die Anschlusskosten werden grundsätzlich nach Erbringung einer Leistung in Rechnung gestellt. Somit gibt es keine Vorkasse.

Wie setzen sich die jährlichen Verbrauchskosten („Wärmepreis“) zusammen?

Der Wärmepreis der Geovol besteht aus Grundpreis und Arbeitspreis. Der Grundpreis ist abhängig von der Wärmelieferleistung (z. B. 15 kW). Der Arbeitspreis ist abhängig von Ihrem tatsächlichen Verbrauch (z. B. 20 MWh pro Jahr). Weitere Preisanteile (Mess- oder Abrechnungspreis o.ä.) gibt es nicht.

Gibt es einen Kleinverbrauchstarif?

Ja. Wenn Sie eine Wärmelieferleistung von 15 kW haben und weniger als 20 MWH im Jahr verbrauchen, wird Ihr Verbrauch automatisch nach dem günstigeren Kleinverbrauchstarif abgerechnet.

Wie erfolgt die Ablesung der Zählerstände?

Die Ablesung erfolgt mittels Fernauslesung durch ein Glasfaserkabel, welches zusammen mit den Fernwärmeleitungen verlegt wird. Dadurch ersparen Sie sich das lästige Ausfüllen von Ablesekarten o.ä..

Wie oft wird der Wärmepreis geändert und auf welcher Basis?

Geovol überprüft derzeit einmal jährlich ihren Wärmepreis anhand einer sogenannten Preisgleitklausel und passt diesen derzeit immer zum 01. Oktober eines Jahres an. Dabei kann der Wärmepreis sinken, unverändert bleiben oder steigen. Abhängig ist dies von diversen Indizes, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden. In den letzten beiden Jahren führte die Preisgleitklausel zu einer Preissenkung.

... zu Anschluss und Wärmelieferung

  1. Kommt das Thermalwasser in mein Haus? Riecht es oder ist es gar giftig?
  2. Kann ich mit Geothermie-Fernwärme nur heizen oder z. B. auch Brauchwasser erwärmen?
  3. Muss das Wasser im Netzwasserkreislauf oder im Hauskreislauf noch zusätzlich erwärmt werden?
  4. Kann ich meinen Boiler weiter benutzen?
  5. Das in Unterföhring gefundene Thermalwasser hat eine Temperatur von bis zu 93 Grad. Welche Temperatur kann dann das Wasser in meinem Heizkörper maximal erreichen?
  6. Darf ich meinen Holzofen oder meine Solaranlage zum Heizen weiterhin nutzen, wenn ich mich für einen Anschluss an das Geothermie-Fernwärmenetz entscheide?
  7. Was kann ich tun, wenn der Kaminkehrer den Betrieb meiner Heizanlage nicht weiter genehmigt weil z. B. die Grenzwerte für Abgasverluste nicht mehr eingehalten werden, bevor ein Anschluss an das GEOVOL-Fernwärmenetz erfolgt ist?
  8. Kann ich meinen WW-Boiler weiter nutzen?
  9. Kann ich den Glasfaser-Anschluss (LWL-Kabel) nutzen ohne Geovol-Anschluss?
  10. Kann ich den Glasfaser-Anschluss (LWL-Kabel) nutzen bevor ich auf Geovol umstelle?
  11. Welche Leistungen erbringt die Geovol?
  12. Welche Leistungen muss ich bei meinem Heizungsbauer beauftragen?

Kommt das Thermalwasser in mein Haus? Riecht es oder ist es gar giftig?

Das geförderte Thermalwasser wird in der Energiezentrale, also unmittelbar an der Bohrstelle, über einen Wärmetauscher geleitet und gibt seine Wärme dort an das Wasser im Fernwärmenetz ab. Nach seiner Abkühlung wird es sofort wieder in den tiefen Untergrund geleitet. Das Wasser im Fernwärmenetz - normales, kalkreduziertes Leitungswasser – gibt im Heizungskeller des Kunden seine Wärme über die sogenannte Wärmeübergabestation an den Heizkreislauf des Hauses ab. Auch in diesem fließt normales Leitungswasser. Thermalwasser gelangt also nicht zum Kunden, so dass Gerüche oder Explosionsgefahr völlig ausgeschlossen sind.

Kann ich mit Geothermie-Fernwärme nur heizen oder z. B. auch Brauchwasser erwärmen?

Mit Geothermie-Fernwärme der GEOVOL können Sie alle bisherigen Formen der Warmwasserbereitung weiterhin betreiben, also sowohl Fußboden- als auch Heizkörperheizungen, Trink- und Brauchwassererwärmung oder zum Beispiel eine Schwimmbadheizung. Die Wärmeübergabestation, die Sie bei einem Anschluss an das Fernwärmenetz als Ersatz für Ihren bisherigen Heizkessel erhalten, erlaubt gleichzeitigen Betrieb und Regelung von verschiedenen Warmwasserkreisläufen.

Für Gewerbebetriebe ist selbstverständlich auch die Verwendung als Prozesswärme möglich, sofern die benötigte Vorlauftemperatur den von der GEOVOL lieferbaren Wert nicht übersteigt.

Muss das Wasser im Netzwasserkreislauf oder im Hauskreislauf noch zusätzlich erwärmt werden?

Die in Unterföhring erzielte Wassertemperatur reicht aus, um auch den am weitesten von der Bohrstelle entfernten Haushalt noch mit einer ausreichend hohen Heiztemperatur zu versorgen. Durch hochwertige Isolation der Fernwärmerohre im Leitungsnetz wird der Temperaturverlust minimiert. Es muss also weder an der Bohrstelle noch im Haus des Kunden eine zusätzliche Aufheizung erfolgen.

Kann ich meinen Boiler weiter benutzen?

Sofern Ihr Warmwasserboiler getrennt vom Heizkessel installiert ist, können Sie ihn auch weiterhin verwenden. Falls Boiler und Heizkessel in einem Gerät zusammengefasst sind, ist die Installation eines Boilers zusätzlich zur Wärmeübergabestation notwendig. Die Wärmeübergabestation selbst wird aber auf Kosten der GEOVOL eingebaut, belastet also Ihr Investitionsbudget nicht.

Das in Unterföhring gefundene Thermalwasser hat eine Temperatur von bis zu 93 Grad. Welche Temperatur kann dann das Wasser in meinem Heizkörper maximal erreichen?

Die GEOVOL hat sich vertraglich verpflichtet, dem Kunden im Sommer mindestens eine Vorlauftemperatur von 70 °C und im Winter zwischen 80 und 95 °C zur Verfügung zu stellen. Der Kunde erhält also in jedem Fall genügend Wärme für Heizzwecke, Warmwasserbereitung und mögliche andere Nutzungsarten. Das in Unterföhring zu fördernde Themalwasser hat eine Temperatur von bis zu 93 Grad. Hätte die Thermalwassertemperatur für die vertraglich zugesicherten Werte nicht ausgereicht, so hätte die GEOVOL diese durch geeignete weitere Maßnahmen sicherstellen müssen.

Darf ich meinen Holzofen oder meine Solaranlage zum Heizen weiterhin nutzen, wenn ich mich für einen Anschluss an das Geothermie-Fernwärmenetz entscheide?

Der Wärmeliefervertrag sieht vor, dass der Kunde seinen gesamten Wärmebedarf für Raumheizung, Wassererwärmung und weitere Zwecke aus dem Fernwärmenetz der GEOVOL deckt. Als Kunde haben Sie jedoch das Recht, Ihren Wärmebedarf teilweise auch aus anderen, bestehenden Anlagen zu decken, sofern diese mit regenerativen Energiequellen betrieben werden. Dazu zählt auch Holz. Sie dürfen also bestehende Solar-anlagen oder Kachelöfen auch nach einem Anschluss an das GEOVOL-Fernwärmenetz weiter betreiben.

Was kann ich tun, wenn der Kaminkehrer den Betrieb meiner Heizanlage nicht weiter genehmigt weil z. B. die Grenzwerte für Abgasverluste nicht mehr eingehalten werden, bevor ein Anschluss an das GEOVOL-Fernwärmenetz erfolgt ist?

Wenn Ihre Heizungsanlage den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr entspricht, Sie aber beabsichtigen, sich an das Fernwärmenetz der GEOVOL anschließen zu lassen, können Sie beim Landratsamt bis zum Zeitpunkt des Anschlusses eine Ausnahmegenehmigung für den weiteren Betrieb Ihrer Heizungsanlage beantragen. Weitere Informationen zu diesem Thema und den Link zu einem Musterformular finden Sie hier.

Kann ich meinen WW-Boiler weiter nutzen?

Vorhandene Warmwasserboiler können i.d.R. weiter benutzt werden. Bitte lassen Sie dies jedoch durch Ihren Heizungsbauer abklären. Wichtig ist hierbei auch, ob Ihr WW-Boiler direkt durch die vorhandene Fernwärme erwärmt wird oder ob ein Wärmetauscher dazwischen geschaltet ist.

Kann ich den Glasfaser-Anschluss (LWL-Kabel) nutzen ohne Geovol-Anschluss?

Nein. Das Glasfaserkabel ist als Betriebsdatenkabel Bestandteil des Fernwärmenetzes und wird nur in Verbindung mit einem Options- oder Vollanschluss an das Fernwärmenetz der GEOVOL verlegt.

Kann ich den Glasfaser-Anschluss (LWL-Kabel) nutzen bevor ich auf Geovol umstelle?

Ja. Sowohl beim Vollanschluss als auch beim Optionsanschluss wird das LWL-Kabel bereits ins Haus verlegt und kann für Breitbanddienste genutzt werden, auch wenn Sie noch anderweitig Wärme beziehen.

Welche Leistungen erbringt die Geovol?

Geovol verlegt die Fernwärmeleitungen bis zur Wärmeübergabestation (WÜS) im Heiz-/ bzw. Technikraum und stellt die WÜS selbst. In dieser WÜS sind Regelung, Wärmemengenzähler, Temperaturanzeigen und alle für die Primärseite relevanten Anlagenteile bereits enthalten. Die WÜS verbleibt im Eigentum der Geovol und damit auch alle Verantwortung für Reparaturen, Instandhaltung, Wartung und Austausch veralteter Teile. Kosten hierfür werden Ihnen nicht zusätzlich in Rechnung gestellt.

Welche Leistungen muss ich bei meinem Heizungsbauer beauftragen?

Ihr Heizungsbauer demontiert zunächst Ihre vorhandene Anlage. Bitte nehmen Sie hierzu auch Kontakt mit der SWM auf (siehe Punkt 6). Nachdem Geovol die Fernwärmeleitungen sowie die WÜS montiert hat, verbindet Ihr Heizungsbauer den Vor- und Rücklauf Ihrer Anlage (Heizung und Warmwasserbereitung) mit unserer WÜS.

... für Kunden im Südgebiet

  1. Was ist Gegenstand des „Nutzungsvertrages“ zwischen der Gemeinde Unterföhring und der SWM?
  2. Hat die Kündigung des Nutzungsvertrages für Kunden Einfluss auf den Anschluss bzw. auf die Wärmeversorgung?
  3. Kann ich meinen Vertrag mit der SWM verlängern?
  4. Warum ist ein zweites Fernwärmenetz nötig? Warum soll das SWM-Netz nicht übernommen werden?
  5. Was sind die Vorteile der Geovol-Fernwärme?
  6. Was geschieht mit den Leitungen und Anlagenteilen der SWM?

Was ist Gegenstand des „Nutzungsvertrages“ zwischen der Gemeinde Unterföhring und der SWM?

Beim Nutzungsvertrag gestattet die Gemeinde Unterföhring der SWM GmbH Fernwärmeleitungen auf dem Gebiet der Gemeinde Unterföhring zu verlegen.

Hat die Kündigung des Nutzungsvertrages für Kunden Einfluss auf den Anschluss bzw. auf die Wärmeversorgung?

Nein. Der Nutzungsvertrag ist getrennt zu betrachten von dem Wärmeliefervertrag zwischen Ihnen und der SWM. Durch die Kündigung des Nutzungsvertrages darf die SWM GmbH lediglich keine neuen Fernwärmeleitungen auf dem Gebiet der Gemeinde Unterföhring verlegen. Die Wärmeversorgung über die bestehenden Fernwärmeleitungen kann die SWM hingegen fortsetzen.

Kann ich meinen Vertrag mit der SWM verlängern?

Dies beurteilt sich nach dem geschlossenen Wärmeliefervertrag. In der Regel sehen solche Wärmelieferverträge von Fernwärmeunternehmen automatisch eine Verlängerung um fünf Jahre vor, wenn keine Kündigung neun Monate vor dem Ende der Vertragslaufzeit erfolgt. Es empfiehlt sich in jedem Falle aber, diesen Punkt nochmals im Wärmeliefervertrag zu überprüfen.

Warum ist ein zweites Fernwärmenetz nötig? Warum soll das SWM-Netz nicht übernommen werden?

Vor allem aus technischer Sicht ist es eher sinnvoll, das gesamte Fernwärmenetz der Geovol einheitlich nach den aktuellen Regeln der Technik zu bauen. Dies betrifft sowohl die Rohrleitungen hinsichtlich Material, Durchmesser, Dämmung etc. als auch die Wärmeübergabestationen, die Geovol beim Kunden einbaut. Dadurch sind alle Komponenten des Fernwärmenetzes auf dem gleichen vorgeschriebenen Stand der Technik.

Was sind die Vorteile der Geovol-Fernwärme?

Neben einem günstigen Wärmepreis mit einem attraktiven Kleinverbrauchstarif haben Sie in der Geovol als 100 %ige Tochter der Gemeinde Unterföhring immer einen zuverlässigen und schnell erreichbaren Ansprechpartner bei allen Fragen, Wünschen und Anregungen. Die Einnahmen aus dem Wärmeverkauf bleiben in Ihrer Gemeinde und sichern Arbeitsplätze in Ihrer Gemeinde. Durch die Nutzung der umweltfreundlichen Tiefengeothermie werden jährlich ca. 10.000 Tonnen CO2 eingespart, Tendenz steigend. Somit übernimmt jeder Kunde auch Verantwortung für die Zukunft unserer Gemeinde. Die kompakte Wärmeübergabestation (vgl. Frage 10) wird von Geovol gestellt und entspricht dem aktuellen Stand der Technik.

Was geschieht mit den Leitungen und Anlagenteilen der SWM?

Dies betrifft das Vertragsverhältnis zwischen Ihnen und der SWM. Deshalb möchten wir Sie bitten, sich mit der SWM GmbH in Verbindung zu setzen.